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Kurort Bad Kissingen

Wort zum Sonntag, 21.11.2021

Beate Schilling, Gemeindereferentin, ​​​​​​​Kath. Altenheimseelsorgerin Bad Brückenau

Christkönig - Gottes Wahrheit befreit

Mit Königen haben es viele von uns nicht so. Nicht nur, weil wir nicht in einer Monarchie leben, sondern weil wir oftmals skeptisch und mit Vorbehalten auf Regierende und Machthaber schauen. Politiker-Bashing hat Konjunktur. Kaum einer, der keine Fehler und Versäumnisse bei Regierenden nennen kann.

Aber gerade scheint es mir, wie wenn diese Art und Weise der Kritik aus dem Ruder läuft. Wo keine konkreten Sachverhalte belegt und genannt werden können, werden einfach Dinge unterstellt. Der Betroffene hat keine Chance, Argumente oder Fakten dagegen vorzubringen – sie werden einfach ignoriert. Zwei Welten prallen aufeinander, zwischen denen es keine Brücke der Verständigung zu geben scheint.

Im Evangelium fragt Pilatus Jesus ganz konkret „Bist du ein König?“ Jesus antwortet ihm: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“

Wenn Jesus Pilatus diese Antwort gibt, dann weiß er, dass dieser ihn nicht versteht. Seine Worte werden Pilatus Handeln nicht beeinflussen. Jesu Antwort muss für Pilatus in seinem Horizont unverständlich bleiben, weil ihm die Erfahrung der Wirklichkeit Jesu fehlt. Eine Wirklichkeit, die in einer Glaubenswahrheit begründet ist: Gott ist Herrscher, das Reich Jesu ist nicht von dieser Welt. Aber es wirkt in diese Welt hinein und will schon im Hier und Jetzt wirksam werden. Dort, wo unser Handeln Gottes Menschenfreundlichkeit und Barmherzigkeit ausstrahlt.

Pilatus ist nicht offen für einen Blick auf diese Wirklichkeit. Er ist gefangen in seiner kleinen Welt, in der es um Macht, Misstrauen und seinen Einfluss geht.

Jesu Reich beruht auf anderen Werten. Ihm geht es um Liebe, um Gerechtigkeit, um den Schutz der Schwachen. Er nimmt den Menschen in seiner Wirklichkeit ernst. Er verurteilt nicht, aber er setzt Maßstäbe für die Nachfolge.

Wenn in diesen Tagen zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften diskutiert wird, dann fühle ich mich oft hilflos. Ein Brückenschlag zwischen den unterschiedlichen Wahrnehmungs-Welten scheint schwer möglich. Für welche Haltung ich mich als Christ entscheide richtet sich danach, ob diese Wahrheit auch andere Menschen, unser Zusammenleben und den Schutz der Schwachen im Blick hat. Der Blick auf Christus den König befreit – zur Verantwortung für unsere Gemeinschaft und den Nächsten. Eine so verstandene, solidarische Freiheit ist unverzichtbare Grundlage unserer Demokratie. Und sie verträgt auch den kritischen Blick - auf uns, die Politik und auch auf mich selbst und mein Handeln.

Beate Schilling
Gemeindereferentin,
Kath. Altenheimseelsorgerin Bad Brückenau

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