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Wort zum Sonntag 18.01.2026

Dirk Rudolph, Pastoralreferent im Pastoralen Raum Bad Kissingen

Die Sünden dieser Welt

Als Johannes der Täufer damals Jesus begegnete, sprach er von Jesus als dem Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,“ so wird oft im katholischen Gottesdienst vor der Kommunion gebetet.

Damals wie heute beginnt in meinem Kopf bei dem Begriff der „Sünden der Welt“ eine Art Film abzulaufen: angefangen vom verbotenen Apfel im Paradies, Kain und Abel und dann in einer sich abwechselnden Mischung die unzähligen Ereignisse im Lauf der Geschichte, in denen sich Menschen unvorstellbares Grauen gegenseitig angetan haben und immer noch täglich antun.

Jede und jeder von uns verwendet und versteht den Begriff “Sünde“ unterschiedlich.

Der Satz „Kleine Sünden bestraft der Liebe Gott sofort“ ist ein bekanntes Sprichwort, das scherzhaft die Folgen kleiner Vergehen oder Missgeschicke erklärt. Diese ironischen Verwendungen des Wortes Sünde sind fest in unserem Sprachgebrauch verankert: Jugendsünden, Verkehrssünden, etwas sündhaft Teures etc.

Doch wenn es um die großen Fehler und die daraus erfolgten Handlungen in meinem Leben geht, wo war und ist das für mich eine Sünde? An wem habe ich mich in meinem Leben schon versündigt? Wo habe ich mich an der Natur oder Schöpfung versündigt? Wann habe ich anderen Menschen Sünden vorgeworfen?

Es ist allzu menschlich, dass man bei anderen Mitmenschen schneller im Verurteilen ist, als bei sich persönlich. Johann Wolfgang von Goethe wird in diesem Zusammenhang wie folgt zitiert: „Wir erschrecken über unsere eigenen Sünden, wenn wir sie an anderen erblicken“.

Spüren Sie einmal in sich hinein. Was sind für Sie die „Sünden dieser Welt“ und was sind die „Sünden Ihrer persönlichen Welt“?

Im religiösen Kontext bezeichnet die Sünde einen Verstoß gegen göttliche Gebote, der die Menschen sowohl von Gott als auch untereinander entfremdet und trennt.

Entfremdung, Trennung, Zerstörung und die daraus folgende Schuld kann nicht rückgängig oder ungeschehen gemacht werden. Aber es kann Heilung und Umkehr geschehen. Man kann um Vergebung bitten und Vergebung gewähren, statt in Hass und Verurteilung zu verharren. Die Antwort liegt allein in der Liebe. In der Liebe zum Göttlichen, zu sich selbst und daraus folgend zum anderen. Dabei geht es nicht darum, den höchsten Grad der Perfektion zu erreichen, sondern sich und die anderen anzunehmen und in einer liebenden Beziehung zu leben.

Dirk Rudolph, Pastoralreferent
Pastoraler Raum Bad Kissingen