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Wort zum Sonntag 17.05.2026

Dekan Stephan Hartmann, Pfarrer im Pastoralen Raum Burkardroth-Bad Bocklet

Lerne sehen im österlichen Augen

Er ist da - der Katholikentag, nachdem es eine lange Zeit der Vorbereitung gegeben hat.

Hab Mut, Steh auf! - nicht nur auf Plakaten hat uns diese Leitidee durch die Zeit begleitet, sondern auch in unterschiedlichen Momenten auf dem Weg zu diesem Fest.

Dieser Gedanke ist der Geschichte der Heilung des blinden Bartimäus entnommen und es überrascht vielleicht, dass diese Aufforderung nicht von Jesus kommt, sondern von den Umstehenden, welche sehen können. Sie sehen den Blinden am Wegrand und sie sehen Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem.

Das Sehen steht für mich auch im Mittelpunkt dieser Tage in Würzburg. Wer sich auf den Weg macht, kann durch die vielfältigen und verschiedenen Angebote sehen: Auf die Welt, auf die Kirche, auf sein Leben und auf die Welt des Glaubens.

Um wieder auf die biblische Geschichte zurück zu kommen, da sehen wir einen, der in diesem Wanderprediger Jesus die Chance seines Lebens sieht, dass er sehen kann. Diese Chance mit sehenden Augen durch die Welt zu gehen, will er unbedingt wahrnehmen. So macht er sich lautstark bemerkbar. Hab Mut, Steh auf, darf er von den Menschen hören und dann auch die scheinbar absurde Frage Jesu: Was willst du, dass ich dir tue? Was will ein Blinder schon von dem, welchem er zutraut, dass er ihn sehend machen kann…?

Aber Jesus fragt sehr bewusst, weil Gottes Eingreifen in das Leben eines Menschen immer damit verbunden ist, dass der Mensch einwilligt. Da dürfen wir in diesem Monat Mai auch an die Gottesmutter denken, die einwilligt zu Gottes Plan in ihrem Leben.

Hab Mut, Steh auf! - wird dann nicht nur zur Leitidee dieses Katholikentages, sondern kann zum Motto für unser Leben werden, gerade auch, wenn wir noch einen dritten Impuls hinzugeben: Lerne sehen! Lerne sehen mit österlichen Augen.

Da kann uns eine weitere biblische Geschichte einfallen, der Weg der beiden Jünger nach Emmaus. Sie sehen nichts, weil ihre Augen durch die Trauer nicht erkennen können, dass es einen neuen Weg gibt. Oder auch die Thomas-Geschichte, jener Apostel, der die Wundmale sehen will und erst dadurch überzeugt ist, der Gekreuzigte lebt.

Manchmal denke ich und so hin und wieder höre ich es auch: Ich will nichts mehr von der Welt sehen, es gibt sogar die Erweiterung: Ich will nichts mehr von der Kirche sehen, weil ich nur Chaos, Durcheinander, Dinge, die einem Angst machen, erkennen kann und Situationen, die mehr Weltuntergang als Zukunft spiegeln.

Zum Thema Sehen fällt mir auch der allgemein bekannte Satz - Liebe macht blind - ein, aber auch das Gegenteil ist der Fall: Liebe macht sehend, auch dies ist immer wieder in den biblischen Geschichten zu finden.

So auch in dieser, in welcher der Jünger, den Jesus liebte, im Fremden am Ufer den Auferstandenen erkennt. Die Apostel waren zurück an ihren Heimatsee gekehrt, zu ihrer ursprünglichen Arbeit. Nach einem erfolgreichen Fischfang erkennt dieser Jünger: Es ist der Herr. ER ist da.

Hab Mut, Steh auf - Sieh hin, weil zu allen Zeiten gilt, was wir am Ende dies Matthäus Evangelium lesen (Mt.28,20) lesen und was uns an Christi Himmelfahrt verkündet wird:

Siehe, ich bin bei euch alle Tage.

Dekan Stephan Hartmann, Pfarrer im Pastoralen Raum Burkardroth-Bad Bocklet