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Kurort Bad Kissingen

Wort zum Sonntag, 13.09.2020

von Diakon Donald Löw

Schulstart einmal anders


Ich war 1961 gerade zur Erstkommunion gegangen. Zu dieser Zeit kursierte die Spinale Kinderlähmung, die durch den Polio-Virus ausgelöst wurde. 2 Mädchen aus meiner Parallelklasse hatten sich bereits angesteckt und waren am Bein gelähmt. Andere hatten Atemlähmungen und mussten durch eine sog. „Eiserne Lunge“, einem Hohlkörper, aus dem nur der Kopf herausschaute und durch Unterdruck den Brustkorb für die Atmung hob und senkte, am Leben gehalten werden.

Die Angst der Eltern vor Ansteckung von uns Kindern war gewaltig.

Bereits 1908 gab es in New York City eine erste große Polio-Epidemie mit 27.000 bekannten Infektions-Fällen und 6.000 Toten.

Impfstoffe wurden entwickelt, hatten jedoch auch große Nebenwirkungen. Erst 1952 verbesserte sich der Impfschutz. In großem Stil impfte die UDSSR ihre Bevölkerung mit einem abgeschwächten Virus.

1961, ein Jahr nach der DDR mit der daraus inzwischen entwickelten Schluckimpfung, wurde auch bei uns eine Massenimpfung durchgeführt.

Ich erinnere mich noch gut daran, mit meiner Mutter vor dem Stadtsaal in Fulda in einer endlosen Schlange gestanden zu haben, um zum Schulbeginn die Schluckimpfung zu bekommen.

Ich meine noch immer den Stein meiner Mutter zu hören, welcher ihr danach vom Herzen gefallen ist. Wir standen noch lange im Schlosspark und unterhielten uns mit Bekannten über die Erleichterung durch den Impfschutz für die Zukunft und das Vertrauen in die Sorge der Politik dafür.

Ich denke aber, dass es vor allem die häufig sichtbaren Zeichen der Gelähmten dieser Jahrgänge waren, die unsere Aufmerksamkeit auf die so notwendige Impfung lenkte und die die Akzeptanz aller für die notwendigen Impfungen deutlich machte.

Heute haben wir es primär mit den unsichtbaren Zeichen zu tun, die unseren Verstand lähmen, die es uns so schwer machen die Notwendigkeiten zur Vorsorge vor dem Corona-Virus einzuordnen.

Für unsere Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und auch die Eltern ist es eine große Herausforderung, sich auf ein völlig anderes Schulleben einzustellen.

Die Infektionsart bringt es mit sich, dass wir diesen neuen Virus doch nur durch unseren Respekt gegenüber unseren Nächsten in dieser Zeit eindämmen können. Solange es keinen geeigneten Impfstoff gibt liegt es an uns, unsere Gesundheit in die Hand zu nehmen. Gerade deshalb ist es wichtig, in gefährdeten Bereichen wie der Schule, den Gegebenheiten aus Verantwortung gerecht zu werden, und durch gegenseitigen Respekt zwischenmenschliches Verhalten nicht nur anzuweisen, sondern auch zu schulen.

In der ersten Lesung des Sonntags aus dem Buch Jesus Sirach fielen mir die Verse 3 und 4 in diesem Zusammenhang auf: Der Mensch verharrt im Zorn gegen den anderen, vom Herrn aber sucht er Heilung zu erlangen. - „Mit seinesgleichen hat er kein Erbarmen, aber wegen seiner eigenen Sünden bittet er um Gnade?“

Werben wir also für die Schutzmaßnahmen, helfen wir unseren Kindern durch eigenes Vorbild, suchen wir zu verstehen, worin die tatsächliche Gefahr der Verbreitung dieses, uns begleitenden Virus liegt. Vertrauen wir aber darauf, dass es durch unser aller Mitwirken eine Hoffnung auf Zukunft gibt.

Donald Löw
Diakon im Hauptberuf
PG Oberer Sinngrund - Wildflecken

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