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Kurort Bad Kissingen

Wort zum Sonntag, 08.05.2022

Regina Bühner, Gemeindereferentin im pastoralen Raum Bad Kissingen

Das Leben ist ein Geschenk!

Liebe Leserinnen und Leser!

Meine ersten Worte sollen heute den Müttern gehören. In der FAZ gab es einmal einen Artikel mit den 12 größten Irrtümern über Mütter. Mit viel Augenzwinkern hieß es da z.B., dass Mütter niemals krank werden, Mütter würden gerne kochen usw. und Irrtum Nr.12: Mütter lieben den Muttertag. Und wahrscheinlich ist es wirklich etwas verlogen, einmal im Jahr am zweiten Sonntag im Mai pflichtmäßig dankbar zu sein. Deshalb mein Tipp: Nicht nur an Muttertag, sondern immer wieder mal dem Menschen ein liebes Wort sagen, der mir das Leben geschenkt hat. Das Geschenk Leben – was heißt das eigentlich?

In der vergangenen Woche wurde wieder die „Woche für das Leben“ begangen. Das ist seit mehr als 25 Jahren eine ökumenische Initiative der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. Das Thema in diesem Jahr: „Mittendrin. Leben mit Demenz“. Gottseidank gerät seit einigen Jahren die Krankheit, ihre Erforschung und der Umgang mit Demenzkranken immer mehr in den Fokus und auch die Unterstützungsangebote nehmen zu. Ich habe größte Hochachtung vor den Angehörigen, welche Menschen mit Demenz rund um die Uhr pflegen.

Annette Kurschus, die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, sagte in ihrer Predigt beim Eröffnungsgottesdienst der Initiative in der Nikolai-Kirche in Leipzig den eindrücklichen Satz: „Selbst wenn ich nicht mehr denken und mich nicht mehr erinnern kann, bleibe ich von Gottes Händen gehalten. Selbst wenn ich einmal nichts mehr über mein Leben wissen sollte, werden meine Jahre bei Gott gut aufgehoben sein.“ Was für ein tröstlicher Gedanke!

Die Frage lautet in diesem Zusammenhang dann manchmal: Wann ist denn ein Leben noch lebens-wert? Wer kann beurteilen, welchen Wert ein Leben hat? Aus eigener Erfahrung und auch in Gesprächen mit pflegenden Angehörigen von Demenzkranken weiß ich, dass es da sehr viel Wert-volles gibt. Wenn ich gelernt habe, wie ich mit der Krankheit umgehen muss und akzeptiert habe, dass mein Gegenüber jetzt ein anderer Mensch ist als der, den ich einmal gekannt habe, dann ergeben sich manchmal schmunzelnde, aber auch sehr berührende Momente, die sehr wertvoll sind. Einfach ist das alles nicht, das wissen die Betroffenen sehr gut.

Der Schlüssel ist nur ein kleiner Buchstabe: Fügt man bei dem Wort Leben ein „i“ ein, ergibt sich: Lieben. Ich habe mal ein Buch geschenkt bekommen mit einer wunderbaren Widmung. Da steht zu lesen: „Der Sinn unseres Lebens könnte sein:Liebe lernen, Liebe leben, Liebe lehren. Alle und alles zu lieben, jedes Tier, jede Pflanze, die Natur, die gesamte Schöpfung und den Schöpfer“.

Liebe lernen, Liebe leben, Liebe lehren … Sie werden sagen, da gab es doch mal jemand? Ja stimmt: ein gewisser Jesus aus Nazareth. Er lebte vor ca. 2000 Jahren und hat dieses „Programm“ sozusagen erfunden, bzw. hat uns erinnert an den Liebes-Bund Gottes zu uns Menschen, den es von Anbeginn der Welt gibt. Alles nachzulesen in der Heiligen Schrift. In der Volxbibel hört sich das z.B. so an: „Ich will euch heute eine wichtige Lebensregel von Gott mitgeben: Liebt euch gegenseitig! So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch gegenseitig lieben! (Joh.13,34)

Gottseidank gab es im Laufe der Jahrhunderte immer Frauen und Männer, die diesem Jesus von Nazareth gefolgt sind. Beispielhaft möchte ich hier die Apostelin Junia erwähnen. In der orthodoxen Kirche wird die heilige Junia von Beginn an bis heute am 17. Mai verehrt. Sie war schon vor Paulus zum Glauben gekommen und hat sich, zusammen mit ihrem Mann Andronikus, als Apostel-Ehepaar für die Verbreitung des Evangeliums eingesetzt.

Gut, dass es aber auch heute Menschen gibt, die beeindruckt sind von dem „Programm der Liebe“ von Jesus und es für ihr Leben übernehmen. „Liebe leben“ lohnt sich in jedem Fall, ob jung oder alt, Mutter oder Vater, krank oder gesund oder …

Gottes Zusage seiner Liebe an dich gilt auf jeden Fall, vom Lebensanfang bis zum Lebensende – und noch weiter.

Regina Bühner, Gemeindereferentin im pastoralen Raum Bad Kissingen