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Ein „europaweit einmaliges Klangerlebnis“

Über 400 Menschen verfolgen Glockenkonzert des Würzburger Domgeläuts auf dem Kiiansplatz ­‒ Wiederholung während des Katholikentags an Christi Himmelfahrt

Würzburg (POW) So haben bislang noch wenige die Glocken des Würzburger Kiliansdoms gehört: Bei einem Glockenkonzert am Samstagvormittag, ist das 20 Glocken umfassende Geläut der Bischofskirche in seiner Vielfalt und Klangfülle zum Klingen gebracht worden. Über 400 Menschen hatten sich auf dem Kiliansplatz versammelt, um der besonderen Darbietung zu lauschen. Glockenbegeisterte aus ganz Deutschland nutzten die Gelegenheit, um Tonaufnahmen zu machen, viele andere schnitten das Konzert mit ihrem Handy mit. Domdekan Dr. Jürgen Vorndran gab bei seiner Moderation zwischen den einzelnen Läutemotiven Erläuterungen zur Geschichte der Glocken und zu der jeweils geläuteten Klanggruppierung. Unterstützt wurde er bei der Durchführung von Dr. Dietmar Kretz und Maximilian Sitzmann von der Domschule sowie Dommesner Thomas Schumann.

So erfuhren die Menschen auf dem Kiliansplatz unter anderem, dass elf der insgesamt 20 Würzburger Glocken aus der Gießerwerkstatt von Friedrich Wilhelm Schilling in Heidelberg stammen und am 18. Mai 1966 geweiht wurden. Zusammen mit der mittelalterlichen Lobdeburgglocke bildeten sie das erste große Nachkriegsgeläut im Bistum Würzburg . Dank der Ergänzung durch acht weitere Zimbelglocken im Jahr 2008 ist es möglich, beim Läuten ein ungewöhnlich vielfältiges Spektrum an Motiven in Moll und Dur erklingen zu lassen.

Die geläuteten Motive reichten vom Trauergeläut über den „Oktavsprung“, bei dem die vier Glocken drei ganze Oktaven einschließen, indem sie den gleichen Ton in vier unterschiedlichen Höhen produzieren, bis hin zum prägnanten „Westminster“-Schlag, den viele vom Londoner Elisabeth-Tower mit seiner berühmtesten Glocken „Big Ben“ her kennen. Den Schlusspunkt nach gut 45 Minuten setzten die elf Schillingglocken.

Rund 40 Stunden hatte der kommissarische Glockensachverständige Ben Schröder nach eigenen Angaben im Vorfeld mit Planungssitzungen, Motivzusammenstellung und technischen Vorbereitungen zugebracht zusammen mit der Firma Perner aus Passau, die die Würzburger Domglocken wartet. Beim Konzert steuerte er von einem Laptop aus via Netzwerkkabel die Läutemotoren an.

Das Publikum auf dem Kiliansplatz spendete zum Abschluss langanhaltenden Applaus. „Es ist beeindruckend zu sehen, dass so viele Menschen gekommen sind. Das macht deutlich, dass die Glocken ein hohes Kulturgut sind, das mit seiner einzigartigen Klangqualität begeistert. Einige Glockenfans sind ja eigens für das Konzert aus Nürnberg, dem Allgäu oder dem Ruhrgebiet angereist“, sagte Domdekan Vorndran. Aber auch für Einheimische wie Margarethe Schieber aus Eibelstadt war das Glockenkonzert ein herausragendes Erlebnis. „Ich habe lang in Würzburg gelebt, aber den großartigen Klang der Domglocken und die musikalische Vielfalt, die sich mit ihnen erzeugen lässt, habe ich heute zum ersten Mal wahrgenommen. Danke dafür!“

Deutlich weiter angereist war Andreas Boose. Der Glockenfan aus Gelsenkirchen fachsimpelte nach dem Konzert ein wenig mit Schröder. „Die Salvatorglocke war mir persönlich noch ein wenig zu leise, aber deutlich besser zu hören als früher.“ Wie Schröder erläuterte, sei zusammen mit der Glockengießerei Perner der Anschlagwinkel des Klöppels von 37 auf 40 Grad umgestellt worden. Mehr aber gehe nicht, ohne die Glocke zu schädigen. Dann gerät der Kfz-Mechaniker Boose ins Schwärmen. In seiner Freizeit reise er regelmäßig quer durch Europa, um sich Glocken anzuhören. „Einen derartige harmonischen und erhabenen Klang wie in Würzburg findet man aber europaweit nirgends.“

Wer das Glockenkonzert versäumt hat: Eine Wiederholung findet während des 104. Deutschen Katholikentags an Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai, von 11.30 Uhr bis 12.15 Uhr in Zusammenarbeit der Fernsehredaktion des Bistums statt. Der Eintritt ist frei. Dieses Konzert wird auch von TV Mainfranken im Kabelkanal und auf dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg live übertragen.

mh (POW)

(1726/0372; E-Mail voraus)

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