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Auf den Spuren Kardinal Döpfners

Am 24. Juli 1976 starb Kardinal Julius Döpfner – Ein Museum in seinem Heimatort erinnert an ihn und sein Leben

Hausen (POW) Es gibt viele Orte, die mit Kardinal Julius Döpfner in Verbindung gebracht werden. Da wären zum Beispiel die (Erz-) Diözesen Würzburg, Berlin oder München, wo er als Bischof und Kardinal wirkte. Weniger bekannt ist sein Geburtsort Hausen bei Bad Kissingen. Hier befindet sich das Julius-Kardinal-Döpfner-Museum, das an das Leben des Kardinals erinnert.

Seit 25 Jahren existiert das Museum im Ostflügel des ehemaligen Prämonstratenserinnenklosters und wird von Ehrenamtlichen betreut. Hans-Georg Keßler (83) ist einer der Verantwortlichen. Nach Vereinbarung führt er Besucherinnen und Besucher durch das Museum und erzählt vom bewegten Leben des berühmtesten Sohns Hausens. Obwohl er selbst nicht aus Hausen stammt, verbindet ihn etwas mit dem Kardinal: Döpfner spendete ihm einst das Sakrament der Firmung. Zudem ist er für Keßler eine spannende Persönlichkeit. „Damals war Döpfner ein Hoffnungsträger für uns Jugendliche. Wir hatten noch nicht so viel mit der Kirche zu tun. Aber auch wir haben in der Schule über die Geschehnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils gesprochen“, berichtet Keßler.

Das Museum erzählt Döpfners Geschichte – vom kleinen Schuljungen, der einmal Jahrgangsbester war, bis hin zu seinem Wirken bei der Würzburger Synode. Wenn sich die Tür zum Eingangsbereich öffnet, fällt der Blick direkt auf ein Porträt des Kardinals. Darüber steht ein Zitat Döpfners: „Unser Glaube braucht Weggefährten.“ Weggefährten hatte Döpfner durch seine verschiedenen Ämter und Ortswechsel reichlich. In den beiden Haupträumen finden sich zahlreiche Fotos, Zeitungsartikel und Dokumente. Aber auch Gegenstände wie ein Bischofsstab, ein Sessel oder ein Schaukelpferd sind zu sehen.

Vor allem die Zeit als Würzburger Bischof sei prägend gewesen – sowohl für Döpfner als auch für das Bistum Würzburg, sagt Keßler. „Als Döpfner 1948 Bischof von Würzburg wurde, war er erst 35 Jahre alt. Kurz nach dem Krieg hatten immer noch viele Menschen kein Zuhause und keine Familie.“ Döpfner habe die Menschen dazu ermutigt, Häuser, aber auch Familien wieder neu aufzubauen. „Die Leute haben nach jemandem gehungert, der ihnen Hoffnung macht“, sagt Keßler.

Zu jeder Phase in Döpfners Leben hat Keßler etwas zu erzählen – sei es eine Anekdote oder eine Einordnung verschiedener Ereignisse. So berichtet er von der Verbundenheit, die Döpfner bis zu seinem Tod mit Hausen hatte. „Kardinal Döpfner ist immer vorbeigekommen, wenn in Hausen etwas Besonderes war, zum Beispiel eine Glockenweihe. Er hat sich dafür interessiert, was in seiner Heimat los war.“ Auch nachdem Döpfner 1957 Bischof von Berlin geworden war, kam er regelmäßig nach Hausen und blieb dabei bescheiden. So soll er bei einem Besuch dem Bürgermeister von Hausen, der ihn zuvor mit „Eure Eminenz“ begrüßt hatte, gesagt haben: „Jetzt hör‘ schon auf. Ich bin und bleibe euer Julius.“

pdf (POW)

(3126/0741; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

Quelle: Presse- und Informationsstelle

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